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Hände zeigen auf Grundrisse und ein Immobilienexposé mit Hausfotos auf einem Tisch.

Welche Unterlagen brauche ich für den Hausverkauf?

Die wichtigsten Dokumente für Haus und Eigentumswohnung: was Sie sammeln sollten, wo fehlende Nachweise erhältlich sind und was im Exposé geprüft sein muss.

Eine geordnete Dokumentenmappe spart Rückfragen

Beim Hausverkauf müssen Käufer, Finanzierungspartner und Notariat unterschiedliche Fragen beantworten. Eine gute Dokumentenmappe verbindet deshalb Angaben zum Eigentum, zum Gebäude und zu seiner Nutzung. Welche Unterlagen tatsächlich benötigt werden, hängt von der Immobilie und dem Vorgang ab. Die folgende Liste ist eine Vorbereitungshilfe.

1. Eigentum und Grundstück

  • Ein aktueller Grundbuchauszug mit den für den Vorgang relevanten Eintragungen.
  • Flurstücksangaben und ein geeigneter Lageplan beziehungsweise Katasterauszug.
  • Unterlagen zu bestehenden Rechten, Belastungen und besonderen Vereinbarungen.
  • Informationen zu Erschließung, Baulasten oder weiteren grundstücksbezogenen Fragen, soweit relevant.

Grundbuch und Bauunterlagen erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Die Einsicht in das Grundbuch setzt ein berechtigtes Interesse voraus. Die Justiz Baden-Württemberg erläutert die Voraussetzungen und Anlaufstellen. Verwenden Sie nachvollziehbar bezogene Unterlagen und prüfen Sie deren Aktualität.

2. Gebäude und Flächen

  • Baugenehmigungen und genehmigte Pläne, einschließlich bekannter Änderungen oder Anbauten.
  • Grundrisse aller für das Angebot relevanten Geschosse.
  • Wohn- und Nutzflächenberechnungen mit erkennbarer Berechnungsgrundlage.
  • Baubeschreibung und Unterlagen zu wesentlichen Bauteilen oder technischen Anlagen.

Vergleichen Sie die Pläne mit dem heutigen Zustand. Eine hübsch gezeichnete Grundrissgrafik belegt weder die Genehmigung einer Nutzung noch eine korrekte Wohnfläche. Bei Abweichungen sollten Sie die Grundlage klären, bevor Zahlen in ein Exposé übernommen werden.

3. Energie und Modernisierungen

Sammeln Sie den gültigen Energieausweis, Rechnungen und Nachweise zu durchgeführten Arbeiten sowie verfügbare Angaben zu Heizung, Fenstern, Dach und Dämmung. Eine Übersicht mit Jahr, Umfang und vorhandenen Dokumenten ist leichter zu prüfen als die allgemeine Aussage „laufend modernisiert“.

Die Pflichten zur Ausstellung und Vorlage des Energieausweises ergeben sich aus § 80 GModG. Für ein konkretes Gebäude sollten Ausnahmen, Ausweisart und Gültigkeit fachlich geprüft werden.

Drei Personen besprechen gemeinsam Unterlagen bei einer Immobilienberatung.

Bei einer Eigentumswohnung zusätzlich an die Gemeinschaft denken

Für die Prüfung einer Wohnung sind neben ihren eigenen Flächen und ihrem Zustand auch die Unterlagen zur Eigentümergemeinschaft sinnvoll:

  • Teilungserklärung, Gemeinschaftsordnung und zugehörige Pläne.
  • Aktueller Wirtschaftsplan und verfügbare Jahresabrechnungen.
  • Informationen zur Erhaltungsrücklage.
  • Relevante Versammlungsprotokolle und Beschlüsse.
  • Angaben zu geplanten Maßnahmen, beschlossenen Sonderumlagen und zur Verwaltung.

Diese Zusammenstellung ist keine für jede Wohnung identische gesetzliche Pflichtliste. Sie hilft, laufende Kosten und mögliche weitere Verpflichtungen vor einer Entscheidung sichtbar zu machen. Klären Sie offene Punkte mit der Verwaltung.

Bei Vermietung die tatsächliche Nutzung dokumentieren

Halten Sie Mietvertrag, vereinbarte Miete, Nebenkostenregelung und relevante Änderungen bereit. Personenbezogene Angaben gehören nicht pauschal in ein öffentliches Exposé. Stellen Sie sensible Dokumente passend zum Prüfzweck und über einen geeigneten Weg zur Verfügung.

Wo finde ich fehlende Bauunterlagen?

Fragen Sie zuerst nach vorhandenen Unterlagen beim Eigentümer, in der Familienablage oder gegebenenfalls bei der Verwaltung. Für fehlende Bauunterlagen wenden Sie sich an die zuständige untere Baurechtsbehörde. Klären Sie vorab, welche Nachweise zur Einsichtsberechtigung oder Vollmacht in Ihrem Fall benötigt werden.

Für Objekte im Stadtgebiet finden Sie den Zugang zur zuständigen Stelle über die Bauordnung der Stadt Tuttlingen. Für andere Gemeinden sollte die jeweilige Zuständigkeit gesondert geprüft werden. Gebühren und Bearbeitungszeiten erfragen Sie direkt bei der Stelle.

Wie Sie die Unterlagen in den Verkaufsprozess einordnen, zeigt unser Ratgeber zum Ablauf eines Hausverkaufs. Zur Einordnung der Energiedaten lesen Sie den Beitrag Energetischer Zustand und Hausverkauf. Wenn Sie die nächsten Schritte gemeinsam planen möchten, erfahren Sie mehr über unsere Begleitung beim Immobilienverkauf.

Häufige Fragen zu Verkaufsunterlagen

Wie aktuell müssen die Dokumente sein?

Das lässt sich nicht mit einer einzigen Frist für alle Unterlagen beantworten. Ein historischer Bauplan kann wichtig bleiben; finanzierungsrelevante Angaben müssen die heutige Situation abbilden. Fragen Sie nach den Anforderungen der beteiligten Stellen.

Was mache ich bei einer unklaren Wohnfläche?

Übernehmen Sie eine Zahl nicht allein aus einem alten Inserat. Lassen Sie Berechnungsgrundlage, Räume und mögliche Abweichungen prüfen und nachvollziehbar dokumentieren.

Muss alles öffentlich auf der Website stehen?

Nein. Ein öffentliches Angebot soll verständlich informieren. Die vollständige Prüfung kann eine gezielte Bereitstellung weiterer Unterlagen erfordern; insbesondere persönliche Daten sollten nicht ungeprüft veröffentlicht werden.

Quellen und weiterführende Informationen

Redaktionsstand: 9. Oktober 2026. Allgemeine Orientierung; rechtliche, steuerliche und technische Fragen sind anhand der konkreten Immobilie zu prüfen. Förderbedingungen können sich ändern.

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